So finden Sie die passenden Schuhe für die ersten Schritte Ihres Kindes: Ein praktischer Leitfaden für Eltern

Wann sollte man die ersten Schuhe kaufen und welche sollte man wählen? Genau diese Frage wird häufig gestellt. Kein Wunder – beim ersten Kind möchte jeder alles richtig machen. Seit der Gründung von Bosono vor 10 Jahren haben wir Hunderttausende Kinder mit passenden Schuhen ausgestattet. Dadurch haben wir ein gutes Gespür dafür entwickelt, worauf es wirklich ankommt. Aufgrund unserer Erfahrungen haben wir für Sie einen einfachen Leitfaden zusammengestellt, der Ihnen Klarheit verschafft. Lassen Sie uns Schritt für Schritt vorgehen.

In diesem Artikel erfahren Sie

Affenzahn prewalkers

Wann soll man die ersten Schuhe kaufen

Es mag Sie überraschen, aber die ersten Schuhe zieht man oft unnötig frühzeitig den Kindern an. Die Eltern tendieren dazu, sobald das Kind sich das erste Mal bei den Möbeln festhält und die ersten Schritte kommen. Genau in dieser Entwicklungsphase von Kindern sind die Schuhe jedoch überflüssig.

Das Barfußlaufen fördert das Lernen von Kindern besonders gut. Der Fuß wird auf natürliche Weise gestützt, die Zehen sind aktiv, die Muskeln werden gestärkt und das Kind gewinnt bei jedem Schritt an Sicherheit. Gleichzeitig nimmt die Fußsohle die Oberfläche wahr, was für das Gleichgewicht und die Koordination entscheidend ist. Mit anderen Worten: Der Fuß lernt, indem er so funktionieren kann, wie er soll – und nicht, indem wir ihn im Schuh fixieren.

Die ersten Schuhe machen erst dann Sinn, wenn:

  • das Kind regelmäßig und für längere Zeit draußen unterwegs ist
  • sie seine Füße vor Kälte, Nässe oder Verletzungen schützen müssen
  • das Kind bereits selbstständig längere Strecken sicher gehen kann (nicht nur ein paar unsichere Schritte)

Bis dahin ist es völlig ausreichend:

  • barfuß zu Hause
  • eventuell weiche Krabbelschuhe (auch für draußen geeignet) oder rutschfeste Socken

Eine einfache Regel:
Schuhe dienen nicht dazu, das Laufen zu lernen, sondern den Fuß im Freien zu schützen.

Und welche sollte man eigentlich wählen? Barfußschuhe oder eher klassische?

Jetzt wissen Sie, wann der richtige Zeitpunkt für die ersten Schuhe ist, aber nun stellt sich die Schlüsselfrage: Welche Schuhe soll ich wählen, damit sie dem Kind wirklich helfen und nicht das Gegenteil bewirken?

Vielleicht schwanken Sie zwischen klassischen Schuhen und einer Barfuß-Variante. Der Unterschied zwischen beiden liegt nicht nur im Design, sondern vor allem darin, welche Funktion der Schuh erfüllen soll und wie er die Bewegung des Kinderfußes beeinflusst.

Sehen Sie sich diesen kurzen Vergleich an, der Ihnen das in wenigen Sekunden verdeutlichen wird: 

 

Barfußschuhe

herkömmliche Schuhe

Funktion des Schuhs

schützt den Fuß, schränkt die Bewegung nicht ein

versucht oft, das Bein zu führen und zu stabilisieren

Sohle

dünn, flexibel

härter, weniger biegsam

Abrollraum für die Zehen

breite Spitze, viel Platz für die Zehen

schmalere Spitze, die Zehen sind zusammengedrückt

Stützen und Verstärkungen

ohne Stütze, der Fuß arbeitet von selbst

enthalten oft Stützen und Verstärkungen

Körperhaltung

flache Sohle (ohne Absatz)

oft leicht erhöhte Ferse

Gefühl beim Gehen

natürlich, ähnlich wie barfuß gehen

beeinflusst durch die Konstruktion des Schuhs

Entwicklung des Fußes

fördert die natürliche Entwicklung und Kraft

kann das Bein „passivieren"

 

Das Grundprinzip ist dabei ganz einfach: Der Fuß sollte sich im Schuh genauso bewegen können wie barfuß. Der Schuh soll den Fuß weder lenken noch „korrigieren", sondern ihn schützen und ihm ermöglichen, sich auf natürliche Weise zu bewegen. Dadurch entwickelt sich der Fuß richtig, wird kräftiger und das Kind gewinnt nach und nach an Bewegungssicherheit.

Bei der Auswahl sollten Sie sich daher auf einige wesentliche Punkte konzentrieren, die wirklich den Unterschied ausmachen:

  • Flexibilität – die Sohle sollte sich leicht in alle Richtungen biegen lassen, idealerweise mit einer Hand
  • Abrollraum für die Zehen – breite Fußspitze, damit sich die Zehen natürlich ausbreiten können
  • Leichtigkeit – das Kind sollte den Schuh fast gar nicht wahrnehmen
  • Flache Sohle (ohne Absatz) – damit der Körper in seiner natürlichen Haltung bleibt
  • Keine unnötigen Schuhversteifungen und „Stützen" – der Fuß soll selbst für Stabilität sorgen

Es mag vielleicht ein wenig dem widersprechen, was wir früher gewohnt waren – feste Schuhe, hohe Knöchel, harte Sohlen. Doch gerade diese Elemente verhindern oft, dass der Fuß das tun kann, was er von selbst ganz natürlich machen könnte.

Aus diesem Grund ist es am sinnvollsten, mit Barfußschuhen zu beginnen – das heißt mit Schuhen, die die natürliche Bewegung des Fußes respektieren und ihn in keinerlei Weise unnötig einschränken. Eine Auswahl an idealen Modellen für Laufanfänger finden Sie hier: https://www.bosono.de/lauflernschuhe/ 

Wie wählt man die richtige Größe aus?

Die richtige Größe ist bei der Auswahl der ersten Schuhe absolut entscheidend. Und genau hier werden die meisten Fehler gemacht. Vergessen Sie die Vorstellung, dass Ihr Kind „Größe 22 oder 23" trägt. Jede Marke hat eine andere Größenangabe, und zudem verändert sich der Kinderfuß sehr schnell.

Die Grundlage ist immer die Messung in Millimetern. Nur so können Sie sicher sein, dass der Schuh richtig sitzt und dem Fuß genügend Platz zur Bewegung und zum Wachsen gibt.

Falls Sie sich nicht sicher sind, wie Sie Ihren Fuß richtig messen, haben wir für Sie eine genaue Anleitung vorbereitet: https://www.bosono.de/blog/wie-wahlt-man-die-richtigen-schuhe-aus/

Bei den ersten Schuhen sollten Sie einen wichtigen Punkt beachten: Der Abrollraum sollte kleiner sein als bei größeren Kindern. Das Kind ist noch dabei, laufen zu lernen, und braucht so viel Sicherheit wie möglich – ein größerer Abrollraum könnte dabei hinderlich sein.

Deshalb empfehlen wir Anfängern Folgendes:

  • für die ersten Schuhe Abrollraum circa 7–10 mm
  • messen immer im Stehen, wenn der Fuß belastet wird
  • die Größe öfter überprüfen (gerne alle 2–3 Wochen), denn der kleine Fuß wächst unglaublich schnell

Zu kleine Schuhe schränken den Fuß ein und können Unbequemlichkeit verursachen. Zu große Schuhe hingegen nehmen dem Kind die Sicherheit beim Gehen und es besteht die Gefahr, dass es stolpert. Die richtige Größe ist daher die Grundvoraussetzung für alles andere.

Vergessen Sie auch nicht den Abrollraum in der Breite. Wir empfehlen 2–3 mm. Bei einem kleineren Abrollraum wird der Fuß im Schuh zusammengedrückt, bei einem größeren sitzt der Schuh schlecht. In beiden Fällen kann der Fuß im Schuh nicht so arbeiten, wie er sollte. 

Und was nun? Sneaker, Halbschuhe oder doch noch Krabbelschuhe?

Jetzt wissen Sie bereits, wann Sie Schuhe kaufen sollten, wie diese aussehen sollten und wie man die richtige Größe auswählt. Es bleibt nur noch eine letzte Sache – den passenden Typ auszuwählen, der für Ihren Alltag sinnvoll ist.

Es gibt nämlich keinen universellen Schuh, der für alle geeignet ist. Ein Kind, das viel Zeit draußen auf dem Spielplatz oder in der Natur verbringt, hat andere Anforderungen an seine Schuhe als ein Kind, das sich hauptsächlich in der Stadt bewegt oder im Kinderwagen fährt. Jede Familie hat ihren eigenen Lebensrhythmus – und genau darauf sollte die Wahl der Schuhe abgestimmt sein.

Mit anderen Worten: Sie wählen nicht nur Schuhe aus, sondern eine Lösung für Ihren Tagesablauf.

Machen wir es uns einfach und schauen uns an, welche Arten von Schuhen sinnvoll sind, wann man sie trägt und worauf man dabei achten sollte:

Krabbelschuhe mit Leder oder Gummisohle:
Ideal für die ersten Schritte oder kurze Aufenthalte im Freien (Kinderwagen, Garten). Sie sind äußerst flexibel und kommen dem Barfußlaufen am nächsten.
Vorteil: maximale Flexibilität, Leichtigkeit, natürliche Bewegung
Nachteil: geringer Schutz, nicht geeignet für nasses Wetter oder längere Spaziergänge im Freien
Wann: im Frühling, Sommer oder im Herbst, wenn das Kind gerade erst anfängt zu laufen und die meiste Zeit noch nicht auf eigenen Beinen draußen unterwegs ist

Leichte Barfußschuhe (textile Sneaker):
Eine vielseitige Wahl für Frühling, Sommer und Herbst. Für den Spielplatz, Spaziergänge und den Alltag in der Stadt.
Vorteil: universell, leicht, luftdurchlässig, ein gutes Verhältnis zwischen Schutz und Flexibilität
Nachteil: im Regen oder in der Kälte schnell nass werden oder durchziehen
Wann: von Frühling bis Herbst, wenn Sie nach Schuhen suchen, die Ihre Füße nicht so schnell zum Schwitzen bringen und sie trotzdem gut schützen

Halbschuhe (Lederschuhe mit Gummisohle):
Für wechselhaftes Wetter (Frühling, Herbst). Schützt mehr als Sneaker, sollten dennoch flexibel bleiben. 
Vorteil: größere Widerstandsfähigkeit, sie vertragen Feuchtigkeit und Kälte, mehr universell als Sneaker
Nachteil: weniger atmungsaktiv als Sommerschuhe, bei Hitze schwitzen die Füße darin
Wann: wenn Sie bei jedem Wetter draußen unterwegs sind und etwas Robusteres brauchen

Sandalen:
Ideal für warme Tage. Leicht, luftig und perfekt für den Sommer oder den Urlaub, aber auch eine gute Wahl für drinnen.
Vorteil: maximale Atmungsaktivität, leicht, Komfort bei Hitze
Nachteil: geringerer Zehenschutz (bei offenen Modellen), ungeeignet für kälteres Wetter
Wann: für warme Tage, für den Sommer oder wenn das Kind viel Zeit draußen in der Hitze verbringt

Winterschuhe:
Bei Kälte und Schnee. Wichtig ist Wärme, aber auch geringes Gewicht und Flexibilität.
Vorteil: Wärmekomfort, Schutz vor Feuchtigkeit und Schnee
Nachteil: höheres Gewicht, geringere Flexibilität als bei anderen Typen
Wann: für den Winter, den Schnee und die kalten Tage

Gummistiefel:
Praktisch bei Regen, Schlamm und Pfützen – Kinder lieben sie. Aber Vorsicht: Für die ersten Schritte sind wirklich nur einige davon geeignet.
Vorteil: Wasserdichtheit, leichte Benutzung, ideal für Nässe
Nachteil: geringere Atmungsaktivität, sitzt nicht fest am Fuß
Wann: als Zusatzschuhe für Regen und feuchte Umgebung
Wichtig: Gummistiefel sind nicht ideal als erste Lauflernschuhe – für längeres Tragen und die Entwicklung des Gangbildes eignen sich leichte und flexible Barfußschuhe besser.

Wichtige Regel:
Bitte wählen Sie Ihre Schuhe entsprechend der tatsächlichen Verwendung und nicht nach dem üblichen Trageverhalten.

Lauflernschuhe – bewährte Marken

Wenn Sie zum ersten Mal eine Auswahl treffen, halten Sie sich an bewährte Marken, die wir seit Langem getestet haben. Hier finden Sie sie nach Beliebtheit bei unseren Kunden sortiert:

Worauf basieren diese Empfehlungen?

 

Die Empfehlungen in diesem Artikel basieren sowohl auf unserer zehnjährigen Erfahrung als auch auf wissenschaftlichen Studien sowie den Leitlinien pädiatrischer und orthopädischer Fachgesellschaften. Langzeituntersuchungen belegen, dass die natürliche, uneingeschränkte Bewegung des Fußes eine wesentliche Rolle für dessen gesunde Entwicklung spielt:

              • Kinder, die mehr Zeit barfuß verbringen, haben von Natur aus kräftige Füße und eine gesündere Entwicklung des Fußgewölbes
              • Festes und starres Schuhwerk kann die natürliche Funktion des Fußes beim Gehen einschränken
              • Schuhe sind für die ersten Schritte an sich nicht notwendig – ihre Hauptfunktion besteht im Schutz des Fußes

Hier sind einige spezifische Studien und Fachquellen aufgeführt: